Menschen konsumieren Alkohol, Drogen, Medikamente und andere psychoaktive Substanzen. Manche Menschen verlieren die Kontrolle über ihr Konsumverhalten und können nicht mehr zwischen gefahrlosem und kritischem Gebrauch unterscheiden. Sie werden Suchtkrank oder setzen ihre Mitmenschen und Umwelt Gefahren aus. Suchtberater, Sozialarbeiter, Ausbildende oder Vorgesetzte sollen und müssen diese Personen rechtzeitig erkennen, noch bevor gesundheitliche Schäden bei den Konsumenten eingetreten oder Mitmenschen durch Unfälle zu Schaden gekommen sind.
Es ist selbstverständlich, dass das Thema problematischer Substanzkonsum dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der sozialen Arbeit und Pflege zuzuordnen ist. Im Bereich der Suchtprävention gibt es dazu auch etablierte Programme. Doch was ist, wenn Prävention scheitert? Dann muss es zu einer Intervention kommen. Und dazu müssen alle fähig sein, die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Auszubildenden und Klienten tragen. Eine Ermächtigung im Sinne einer Pflichtzuweisung zur Intervention ohne Befähigung um dieser Pflicht effektiv nachkommen zu können ist sinnlos.
PHASE 1 - DA STIMMT DOCH ETWAS NICHT
Das ist uns schon allen passiert: wir haben ein Gefühl oder machen eine Beobachtung mit dem Gedanken "Da stimmt doch etwas nicht!". Dann kommen Zweifel auf, wie "Das kann nicht sein!" und wir gehen der Sache nicht weiter nach. Bleib zukünftig neugierig und finde heraus, was da nicht stimmt. Geh in eine neutrale Position. Ich schaffe das immer mit dem Gedanken "Interessant!".
PHASE 2 - BEOBACHTUNGEN EINORDNEN
Geh nun in ein Gespräch mit dem Menschen, den du jetzt gerade am interessantesten findest. Lass dir Zeit, dir einen zweiten Eindruck zu holen und beobachte genau. Drogenkonsum beeinflusst das Bewusstsein auf eine bestimmte Art und Weise. Insbesondere sind die Übertragungsvorgänge im zentralen Nervensystem betroffen. Dadurch kommt es zu Veränderungen im Verhalten und Aussehen der Konsumenten. Dies kannst du beobachten und in Phase 3 klar beschrieben.
Nachdem problematischer Konsum erkannt wurde, muss es doch weitergehen. Unser Ziel: mögliche Gefahrensituationen beenden und dem Konsumenten helfen. Es geht um den Menschen, der seine Gründe dafür hat, warum er gerade in dieser Lebenssituation zu diesen Substanzen greift. Dazu braucht es auf unserer Seite ein positives Menschenbild, eine bestimmte innere Einstellung und den Willen zu verstehen. Ob Konsumenten unser Angebot annehmen oder nicht bleibt am Ende ihnen überlassen. Es ist ein Ausdruck ihrer Autonomie als Mensch.
Wie komme ich nun in ein offenes und ehrliches Gespräch, das Zuverlässigkeit signalisiert und die Autonomie des anderern nicht in Frage stellt? Als Antwort auf diese Frage habe ich die BFBH - Methode entwickelt. Dabei steht BFBH für Beschreiben, Folgern, Botschaft, Handeln. Und das steckt dahinter:
Unvoreingenommene und vorwurfsfreie, von Vorurteilen, Gefühlen oder moralischen Ansprüchen befreite Beschreibung der vom Feststeller beobachteten Konsumanzeichen
Offenbarung der subjektiven Schlussfolgerung und der daraus resultierenden Bewertung für das weitere Vorgehen
Ausdruck der inneren Einstellung des Feststellers und seines positiven Menschenbildes mit Appellcharakter (Hilfs- und Gesprächsangebot)
Aufzeigen der notwendigen Handlungsschritte oder - soweit möglich - der Handlungsalternativen für die psychoaktiv beeinflusste Person
PHASE 3
Vorträge, Seminare und Schulungen vermitteln alle notwendigen Informationen und Fähigkeiten für den handlungssicheren Umgang mit psychoaktiv beeinflussten Personen.
Neben inhaltlichen Aspekten muss der Erkennunungs- und Kommunikationsprozess, sowie das Aufzeigen von angemessenen Reaktionen, an die Lebens- und Arbeitswirklichkeit der Anwender angepasst werden. Dazu bedarf es eines situativen Trainings mit Bezug auf die Arbeitswirklichkeit der zukünftigen Anwenderinnen und Anwender.
Im geschützten Raum können Fallbeispiele aus dem persönlichen Erfahrungshorizont der Teilnehmenden konkret besprochen und individuelle Lösungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden.
• Mensch und Droge, eine unendliche Geschichte
• Drogenmarkt und Beschaffungswege
• Auswirkungen auf den menschlichen Körper
• Konsumanzeichen erkennen und richtig einordnen
• Systematik der kommunikationsbasierten Drogenerkennung
• Drogenerkennung als Maßnahme der Gefahrenreduzierung
• Grundlagen der Kommunikation mit psychoaktiv beeinflussten Personen
• Interventionsmöglichkeiten für Verantwortliche
• Der erweiterte Kommunikationsprozess –
Beeinflusste zielgerichtet ansprechen mit der BFB-H Methode (©Harald Frey)
• Methodenanwendung - berufsbezogenes situatives Training (Soziodrama)